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sprachniveau
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THEMA: sprachniveau

sprachniveau 03 Jul 2008 10:14 #64

assalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu

Die meisten Muslime in Deutschland, welche deutsche Literatur bevorzugen, haben leider keinen sehr großen Wortschatz. Dies fällt mir immer wieder bei Fragen zu Büchern auf.
Wenn man als Autor jedoch das Niveau zu sehr senkt, damit wirklich jedes Wort von jedem verstanden wird, sinkt das allgemeine Niveau noch mehr.

Wer jedoch wie gewisse Autoren ein islamisches Fachlatein entwickelt und anfängt, die vorhandenen arabischen Fachbegriffe durch lateinische zu ersetzen, wird sich nur einem kleinen hochmütigen Leserkreis erarbeiten können (wie bereits geschehen).

Arabische Fachwörter generell nicht zu übersetzen, birgt widerum die Gefahr, dass am Islam interessierte Nichtmuslime nur wenig vom Inhalt verstehen. Vor allem wenn das Sprachniveau auf das der Tablighis sinkt "Mach ma mal ne Dschaula, wer macht bayan, check ma mal die ahwâl, if you want to be happy you must salli 3la Annabi..."

Wird jeder Begriff übersetzt, gehen einige Nuancen verloren, vor allem bei Begriffen, die unter allen deutschsprachigen Muslimen geläufig sind.

Hier die Mitte zu finden, ist manchmal nicht leicht...
  • mutarjim
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Aw: sprachniveau 26 Jul 2008 12:57 #73

es salamu aleykom,

benutz doch die arabischen wörter kursiv, u mach am ende ein index für arabische wörter u deren bedeutung, die kann man dann auch in mehr als einem wort beschreiben, was bei den meisten auch nötig wäre....


we es salamo 3leykom
  • AK-47

Aw: sprachniveau 26 Jul 2008 18:27 #74

Barak Allahu fik,
das muss man so oder so, denn wie ich schon meinte, geht es ohne arabische Wörter gar nicht.
Mir geht es vielmehr um ein ganz anderes Problem:
1 Die meisten Bücher im deutschen Sprachraum wurden von Laien (im islamischen Wissen) geschrieben, weil es zu wenig deutschsprachige Muslime gibt, die wirklich Islam bei muslimischen Gelehrten und Professoren studiert haben.
Das Problem ist, dass die meisten entweder Fachlatein, womit ich auch tatsächlich Latein meine, verwenden. Es werden sehr viele Fremdwörter benutzt, die eigentlich nur Studenten bestimmter Richtungen (Geistes- und Sprachwissenschaften) verstehen können.
Die Tatsache ist jedoch, dass der Großteil der Muslime im deutschsprachigen Raum leider weder sprachlich noch islamisch sonderlich gebildet ist und daher solche Texte gar nicht versteht.

2 Das andere Problem, auf welches du geantwortet hast, kann man nur bedingt durch deinen Vorschlag lösen. Versetz dich in die Lage eines Nichtmuslims oder eines absolut neuen Muslims, der kein einziges arabisches Fachwort versteht. Wenn auf jeder Seite zig solcher Wörter vorkommen, wird er das Buch spätestens nach zehn Seiten weglegen, weil er keine Lust dazu hat, auf jeder Seite anzuhalten und mehrmals im Glossar nachzuschlagen, weil er den Zusammenhang sonst gar nicht versteht.

3 Ein Autor und Übersetzer muss da sehr gut überlegen, für welche Zielgruppe das Buch geeignet und gedacht ist.
Wenn es sich um fortgeschrittene Literatur handeln sollte (die auf dem deutschen Markt ja fast gar nicht vorhanden ist) so kann man auch ruhig mehr arabische Begriffe verwenden, da ein Nichtmuslim oder neuer Muslim kaum solche Literatur lesen will.
Die ganzen kleinen Büchlein jedoch, die Einfürhungsliteratur, vor allem auch Bücher über die Aqida, müssen da ganz anders formuliert werden: sie müssen allgemein verständlich sein.
Am allerbesten lässt man solche Bücher von einem Muslim mit wenig Schulbildung und einem Nichtmuslim, der von Orientalistik oder Arabistik gar nichts weiß, durchlesen. Wenn diese Leute das Buch verstehen und alles nachvollziehen können, dann handelt es sich tatsächlich um ein Buch für Anfänger und ist somit für die breite Masse geeignet.

4 Und nun noch ein ganz anderes Problem:
Man sollte man ein gewisses Niveau wahren. Ich wurde zum Beispiel ab und zu von Brüdern wege meiner Wortwahl kritisiert, wobei sich meist herausgestellt hat, dass der Kritiker das Wort im Deutschen gar nicht richtig verstanden hat, weil er nur dessen allgemeine Bedeutung kennt, die in der Umgangssprache verwendet wird.
Ich meine hiermit nicht veraltete oder auch poetische Begriffe wie "zum Behufe", "jauchzen", "ergötzen" etc.
Was ich meine, sind vielmehr Begriffe wie die folgenden:
"Läuterung der Seele", der Unterschied zwischen "zweifeln" und "verzweifeln", "zürnen" und "erzürnen" etc.
Hinzu kommt, dass sich viele Muslime durch Audiounterrichte eine sehr schlechte Sprache angewöhnt haben, da die meisten dieser Unterrichte von Leuten gehalten werden, die nicht sehr auf die Sprache achten oder auch einfach nicht so besonder gut deutsch können. Dass diese Lehrer, die nicht so gut deutsch können, unterrichten, finde ich gut, nur sollten halt die in Deutschland aufgewachsenen Muslime etwas mehr auf ihre Sprache achten.
Außerdem wird viel Literatur aus dem Englischen übersetzt, wodurch sich viele Anglizismen eingeschlichen haben:
"Das Gebet muss püntlich verrichtet werden, weil Allah sagt im Quran...", leider habe ich solche Schnitzer nicht nur gehört sondern auch schon gelesen...

Das waren nun ein paar wenige Beispiele für ein vielschichtiges Problem, das ich hier nochmals kurz zusammenfasse:
1. mit lateinischen Fachwörtern überladene Texte
2. mit arabischen Fachwörtern überladene Texte
3. Das Sprachniveau der Mehrheit der deutschsprachigen Muslime

Ich habe bestimmt einiges vergessen und auch einige meiner Gedanken nicht ganz zu Ende geführt, aber ich denke, dass somit das Problem etwas deutlicher geworden ist.
Ich freue mich sehr auf andere Gedanken, Kritik und Ratschläge zu diesem Thema...
  • mutarjim
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Aw: sprachniveau 23 Aug 2009 00:38 #117

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  • Ibrahim
Letzte Änderung: 23 Aug 2009 00:45 von .
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